Mitgründer von SK Gaming · Kapitän von Rot-Weiß Oberhausen · Gründer von POGA – Portable Gaming für Weltstars
Mit 14 Jahren Esports-Pionier, mit 5 Jahren in der Fußball-Jugendakademie, heute Unternehmer mit Weltstars als Kunden – die Geschichte von Benjamin „Kane" Reichert.
Benjamin Reichert wurde am 17. Mai 1983 in Essen geboren – neun Jahre nach seinem ältesten Bruder Ralf und vier Jahre nach Tim. Als Jüngster der drei Reichert-Brüder wuchs er im Ruhrgebiet auf, geprägt von zwei Welten, die normalerweise wenig miteinander zu tun haben: Fußball und Gaming.
Bereits im Alter von fünf Jahren, 1988, trat Benjamin der Jugendakademie von Rot-Weiß Oberhausen bei. Von der F-Jugend bis zur Profi-Mannschaft – seine gesamte Fußball-Laufbahn war mit einem einzigen Verein verbunden. Diese Vereinstreue sollte zu einem prägenden Merkmal seiner Karriere werden.
In der Gaming-Welt war Benjamin als „Kane" bekannt. Als 14-Jähriger war er 1997 einer der sieben Gründer von SK Gaming – dem Quake-Clan, der aus dem Dachgeschoss in Oberhausen heraus eine der erfolgreichsten Esports-Organisationen der Welt aufbauen sollte. Er war der Jüngste des Gründungstrios der Reichert-Brüder, aber von Anfang an dabei.
Anders als sein älterer Bruder Ralf, der sich früh der Geschäftsseite widmete, und Tim, der die Fußball-Karriere in den Vordergrund stellte, vereinte Benjamin beide Pfade über einen langen Zeitraum: Tagsüber Training mit der Mannschaft, abends Gaming mit dem Clan. Eine Doppelbelastung, die nur wenige durchhielten.
Benjamin Reichert ist der am wenigsten öffentlich sichtbare der drei Brüder. Während Ralf als ESL-Gründer und EWC-CEO internationale Schlagzeilen macht und Tim als Schalke-Manager und Excel-CEO regelmäßig in Esports-Medien auftaucht, arbeitet Benjamin im Hintergrund – als Unternehmer, Spielerberater und Produktentwickler. Er ist der operative Macher, der lieber Produkte baut als Interviews gibt.
Im Dachgeschoss in Oberhausen entstand 1997 einer der einflussreichsten Esports-Clans der Geschichte – und Benjamin war mit 14 Jahren der Jüngste am Start.
Im Jahr 1997 gründete Benjamin „Kane" Reichert zusammen mit seinen Brüdern Ralf „Griff" und Tim „Burke" sowie vier Freunden – Daniel „Godlike" Beames, Kristof „Speed" Salwiczek, Carsten „Storch" Kramer und Sven „Ramses" Tümmers – den Quake-Clan „Schröt Kommando" in Oberhausen. Ein weiteres frühes Mitglied war Musa „kila" Celik.
Der Name entstand aus dem Spielalltag heraus: Gründungsmitglied Daniel Beames rief beim Spielen ständig „Schröt!", wenn die Schrotflinte zum Einsatz kam. „Schröt" – abgeleitet von „Schrapnell" – wurde zum Running Gag, dann zum Clannamen, und schließlich zur internationalen Marke SK Gaming.
Was als lockerer Freundes-Clan für Quake-Matches begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der erfolgreichsten Esports-Organisationen weltweit. SK Gaming gewann im Laufe seiner Geschichte 75 große Meistertitel über Spieltitel wie Quake, Counter-Strike, League of Legends, FIFA, StarCraft und viele weitere. Die Organisation wurde zum Aushängeschild des deutschen Esports.
Ralf „Griff" Reichert (geb. 1974) – später ESL-Gründer und CEO der Esports World Cup Foundation
Tim „Burke" Reichert (geb. 1979) – später Schalke 04 Esports-Chef und Excel/GiantX CEO
Benjamin „Kane" Reichert (geb. 1983) – später Fußball-Kapitän und POGA-Gründer
Daniel „Godlike" Beames · Kristof „Speed" Salwiczek · Carsten „Storch" Kramer · Sven „Ramses" Tümmers
Während Ralf SK Gaming als Managing Director (1997–2001) professionalisierte und dann die ESL gründete, ging Benjamin seinen eigenen Weg: Er konzentrierte sich auf seine Fußball-Karriere bei Rot-Weiß Oberhausen. Doch die Verbindung zu SK Gaming und zur Gaming-Welt blieb sein Leben lang bestehen – und mündete Jahrzehnte später in einem ganz eigenen Unternehmen.
15 Jahre bei einem einzigen Verein, durch alle Ligen hindurch – vom Oberliga-Abstieg bis zum 2.-Bundesliga-Aufstieg als Kapitän.
Benjamin Reichert trat 1988, im Alter von fünf Jahren, der Jugendakademie von Rot-Weiß Oberhausen bei. Der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet, gegründet 1904, war seine sportliche Heimat von der F-Jugend bis zur Profi-Mannschaft – eine Vereinstreue, die im modernen Fußball selten geworden ist.
Sein erstes Profispiel bestritt Reichert in der Saison 2002/03, als er in einem Zweitliga-Spiel eingewechselt wurde. Doch der Weg nach oben war nicht geradlinig: Rot-Weiß Oberhausen stieg in die Regionalliga ab und rutschte sogar in die Oberliga (vierte Liga) ab. Wo andere Spieler den Verein verlassen hätten, blieb Reichert.
Diese Entscheidung definierte seinen Charakter: Er wurde zum Stammspieler einer Mannschaft, die sich aus der vierten Liga zurückkämpfte. Ab der Saison 2006/07 wurde Benjamin Reichert zum Mannschaftskapitän ernannt – eine Rolle, die seinen Führungsqualitäten und seiner Loyalität Rechnung trug.
Als Kapitän führte Reichert Rot-Weiß Oberhausen durch zwei Aufstiege: In der Saison 2007/08 ging es zurück in die Regionalliga, und ein Jahr später gelang der Durchmarsch in die 2. Bundesliga. Benjamin stand als Abwehrchef im Zentrum der Verteidigung, sein Bruder Tim spielte als Mittelfeldspieler vor ihm. Zwei Brüder, ein Aufstieg – eine bemerkenswerte Familienkonstellation im deutschen Profifußball.
Position: Innenverteidiger / Abwehr
Verein: Rot-Weiß Oberhausen (1988–2012), Wuppertaler SV (2012–2013)
Profi-Spiele: 190 Einsätze, 6 Tore
2. Bundesliga: 55 Einsätze (2008–2011)
Kapitän: Ab Saison 2006/07
Karriereende: 1. Juli 2013 (Alter: 30)
Besonderheit: Vereinstreue von der F-Jugend bis zur ersten Mannschaft – 24 Jahre bei RWO
In der 2. Bundesliga bewährte sich Reichert als zuverlässiger Innenverteidiger. Er absolvierte 55 Einsätze über drei Spielzeiten (2008/09, 2009/10, 2010/11). Der Kicker bewertete ihn mit einer Durchschnittsnote von 3,40 – solide für einen Verteidiger in der zweiten Liga. Ein Rückschlag war eine schwere Schulterverletzung zu Beginn der Saison 2008/09, die nach einem Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg operiert werden musste und ihn bis Oktober ausfallen ließ.
Nach dem erneuten Abstieg von Rot-Weiß Oberhausen verließ Benjamin 2012 erstmals seinen Heimatverein und wechselte zum Wuppertaler SV. Dort absolvierte er in der Saison 2012/13 noch 32 Einsätze mit 3 Toren, bevor er seine aktive Karriere am 1. Juli 2013 im Alter von 30 Jahren beendete.
Wie ein ehemaliger Fußball-Kapitän und SK-Gaming-Gründer das portable Gaming neu erfand – und dabei Neymar Jr. als Kunden gewann.
Nach dem Ende seiner Fußball-Karriere 2013 stand Benjamin Reichert vor der Frage, die viele ehemalige Profisportler beschäftigt: Was kommt danach? Die Antwort fand er in der Schnittmenge seiner beiden Leidenschaften – Fußball und Gaming.
Zusammen mit dem Bundesliga-Profi Moritz Stoppelkamp – bekannt für sein 82,3-Meter-Tor für den SC Paderborn gegen Hannover 96 im Jahr 2014, das zum Tor des Monats gewählt wurde – gründete Reichert die Indi Gaming GmbH & Co. KG in Düsseldorf. Unter der Marke POGA (Portable Gaming) entwickelten sie ein Produkt, das es so nicht gab: premium-portable Gaming-Stationen, „Made in Germany".
„Tired of low-quality gaming travel cases on the market, they set out to build something better — and built POGA: the world's first premium portable gaming station made in Germany." – poga.gg/about
POGA-Koffer sind hochwertige, robuste Reisekoffer mit integriertem Gaming-Monitor, in denen eine Spielkonsole (PlayStation 5, Xbox Series X/S oder PC) sicher transportiert und sofort bespielt werden kann. Im Deckel ist ein Gaming-Monitor verbaut (bis zu 27 Zoll, 4K, 165 Hz), im Boden findet die Konsole samt Controllern Platz. Man klappt den Koffer auf – und hat sofort sein komplettes Gaming-Setup.
Für PlayStation 5 · 24" AOC Gaming-Monitor · Full-HD 1920×1080 · 165 Hz · 1ms Reaktionszeit · Ab €969 (Konsole nicht enthalten) · Verfügbar in Schwarz, Weiß, Desert Taupe, Bright Red · Optional mit Bluetooth-Speaker
Für PlayStation 5 · 27" AOC 4K Gaming-Monitor · Die High-End-Variante für kompromisslose Bildqualität · Trolley-System für einfachen Transport · Bei Best Buy (USA) und europäischen Händlern erhältlich
Für Xbox Series S oder PS4 · 21,5" ASUS Gaming-Monitor · Die kompaktere Variante für die kleineren Konsolen · 4 verschiedene Inlays für verschiedene Konsolen-Modelle · Perfekt für Reisen und Hotelzimmer
Für Xbox Series X · 24" AOC Gaming-Monitor · Speziell für die große Xbox-Konsole konzipiert · Trolley-System · Die neueste Ergänzung der POGA-Familie
Der entscheidende Wachstumstreiber für POGA war die Zielgruppe, die Reichert und Stoppelkamp aus erster Hand kannten: professionelle Fußballspieler. Diese verbringen große Teile ihres Lebens in Hotels, Mannschaftsbussen und Flugzeugen – und viele von ihnen sind begeisterte Gamer. Ein portables, hochwertiges Gaming-Setup ist für sie nicht Luxus, sondern Bedarf.
Die Kundenliste liest sich wie ein Who's Who des Weltfußballs:
Neymar Jr. (Al-Hilal / Brasilien) · Lamine Yamal (FC Barcelona / Spanien) · Achraf Hakimi (PSG / Marokko) · Bruno Fernandes (Manchester United / Portugal) · Antoine Griezmann (Atlético Madrid / Frankreich) · Savio Moreira (Girona FC / Brasilien) · Dika Mem (Handball, Olympia-Goldmedaillengewinner / Frankreich) · und viele weitere Athleten, Influencer und Content Creator weltweit
POGA hat sich von einem Nischen-Startup zu einer internationalen Marke entwickelt. Die Produkte sind unter anderem bei Best Buy (USA), in europäischen Elektronik-Fachhandel-Ketten und im Nahen Osten (Dubai, Abu Dhabi) erhältlich. POGA hält zudem ein europäisches Patent (EP3801796A1) für das Design des Spielekoffers.
Was POGA besonders macht: Es ist keine Gaming-Firma, die zufällig Koffer baut, sondern ein Hardware-Unternehmen, das von Menschen gegründet wurde, die beide Welten – professionellen Sport und kompetitives Gaming – aus eigener Erfahrung kennen. Diese Authentizität ist der Grund, warum Weltstars wie Neymar die Marke nutzen, statt auf generische Alternativen zurückzugreifen. NICHT BESTÄTIGT – Umsatzzahlen und genaue Verkaufszahlen von INDIGAMING sind öffentlich nicht verfügbar.
Vom Quake-Clan über die 2. Bundesliga zum Gaming-Unternehmer mit Weltstar-Kunden.
Alle drei gründeten gemeinsam SK Gaming. Jeder fand seinen eigenen Weg – und zusammen haben sie den deutschen Esports wie kaum jemand sonst geprägt.
| Dimension | Ralf „Griff" | Tim „Burke" | Benjamin „Kane" |
|---|---|---|---|
| Geburtsjahr | 1974 | 1979 | 1983 |
| Geburtsort | Essen | Essen | Essen |
| SK Gaming | Mitgründer, Managing Director 1997–2001 | Mitgründer | Mitgründer (mit 14 Jahren) |
| Fußball | Kein Profifußball | Mittelfeld, RW Oberhausen, 2. BuLi | Innenverteidiger, Kapitän RW Oberhausen, 2. BuLi, 190 Spiele |
| Esports-Karriere | ESL-Gründer → Co-CEO ESL Gaming → CEO Esports World Cup Foundation | Head of Esports Schalke 04 → CEO Excel → Co-CEO GiantX | SK Gaming-Gründer → Spielerberater → POGA-Gründer |
| Aktueller Fokus | Esports World Cup Foundation, Riad | Neue Projekte (seit Nov. 2024) | INDIGAMING/POGA, Düsseldorf + KL Sportsbase |
| Kernkompetenz | Infrastruktur & Turnierorganisation | Team-Management & Operations | Produktentwicklung & Spielerberatung |
| Stil | Visionär, Stratege, Milliarden-Deals | Operator, Hands-on-Manager, sportlicher Erfolg | Unternehmer, Nischenprodukt, stiller Macher |
Die Reichert-Brüder bilden eines der bemerkenswertesten Familien-Netzwerke im globalen Esports und Gaming. Alle drei waren an der Gründung von SK Gaming beteiligt, und jeder hat seinen eigenen Weg gefunden:
Ralf baute die Infrastruktur des Esports – die Ligen, die Turniere, die Übertragungen. Er denkt in Arenen und Milliarden-Deals.
Tim legte das operative Fundament – Roster-Building, Talentförderung, sportlicher Erfolg. Er denkt in Splits und Playoff-Runs.
Benjamin fand den entrepreneurischen Weg – ein physisches Produkt an der Schnittstelle von Sport und Gaming, das von Weltstars genutzt wird. Er denkt in Produkten und Märkten.
Gemeinsam decken sie das gesamte Spektrum der Gaming-Industrie ab: Turnier-Infrastruktur (Ralf), Team-Operations (Tim) und Hardware/Produkte (Benjamin). Drei Brüder, drei Wege, ein Ursprung im Dachgeschoss in Oberhausen.
Benjamin Reicherts aktuelle Rollen und die Perspektiven seines Unternehmens.
Stand 2025 ist Benjamin Reichert in zwei Rollen aktiv:
Die Indi Gaming GmbH & Co. KG in Düsseldorf ist Reicherts unternehmerisches Hauptprojekt. POGA hat sich von einem Nischenprodukt für Fußballer zu einer internationalen Marke entwickelt, die bei Best Buy (USA), im europäischen Fachhandel und im Nahen Osten vertrieben wird. Die Kundenliste umfasst einige der bekanntesten Sportler der Welt.
Parallel zu POGA arbeitet Reichert als Spielerberater bei der Agentur KL Sportsbase, die auf die Betreuung von Nachwuchsspielern spezialisiert ist. Hier nutzt er seine eigene Erfahrung als Profifußballer, um junge Talente bei ihrer Karriereplanung zu unterstützen.
Der Markt für portable Gaming-Lösungen wächst, angetrieben durch mehrere Trends: Die zunehmende Verbreitung von Konsolen unter Profisportlern, der Boom mobiler Content-Creation und die steigende Bereitschaft von Gamern, für Premium-Hardware zu zahlen. POGA ist in diesem Markt als „Made in Germany"-Premiummarke positioniert.
Die Herausforderung: Mit Preisen ab €969 spricht POGA ein wohlhabendes Nischensegment an. Die Frage ist, ob die Marke über die Sport-Prominenz hinaus in den breiteren Consumer-Markt expandieren kann, oder ob sie als Luxus-Nischenprodukt positioniert bleibt. Beide Wege können wirtschaftlich erfolgreich sein – aber sie erfordern unterschiedliche Strategien.
Benjamin Reichert ist nicht der lauteste der drei Brüder, aber sein Beitrag zur Gaming-Geschichte ist nicht weniger bedeutsam. Als Mitgründer von SK Gaming gehört er zu den allerersten Esports-Pionieren Deutschlands. Als Fußball-Kapitän hat er bewiesen, dass Vereinstreue und Durchhaltevermögen sich auszahlen. Und als POGA-Gründer hat er eine physische Brücke zwischen der Welt des traditionellen Sports und des Gaming gebaut – ein Produkt, das buchstäblich in den Händen von Neymar Jr. und Lamine Yamal liegt.
In einer Familie von Esports-Legenden hat Benjamin seinen ganz eigenen Weg gefunden – nicht als Manager großer Organisationen, sondern als Unternehmer, der ein Problem löst, das er selbst kannte: Wie spielt man unterwegs auf Profi-Niveau?
Alle verwendeten Quellen. Stand: März 2026.